Testbericht Magnum Research Inc. Desert Eagle RAM Real Action Marker:
Neue Ausführung ohne HülsenauswurfDie
Umarex Sportwaffen GmbH & Co. KG hat uns freundlicherweise ein Modell der neuen Desert Eagle RAM ohne Hülsenauswurf zukommen lassen. Die Neuauflage der Pistole erschien im März 2009 in Deutschland und wird von Umarex als Lizenzmodell mit Magnum Research Inc. Markings vertrieben.
Das Wegfallen des Hülsenauswurfs wurde mit der Erhöhung der Magazinkapazität um einen Schuss auf insgesamt nunmehr 8 Schuss und verbesserter Präzision begründet. Diese wird laut Herstellerangaben durch einen längeren Innenlauf und einhergehender erhöhter Geschossgeschwindigkeit ermöglicht, ohne das sich dabei die äußeren Abmessungen zur Vorversion ändern. Ob diese Versprechen gehalten werden, erfahrt ihr in folgendem Erfahrungsbericht.
Technische DatenModellbezeichnung: Desert Eagle RAM
Reales Vorbild:
IMI Desert EagleHersteller:
Umarex DeutschlandErscheinungstermin: März 2009
Gesamtgewicht: ca. 1.200 g
Gesamtlänge: 269 mm
Gesamthöhe (über alles): 168 mm
Material Griffstück: Kunststoff
Material Griffschalen: Hartgummi
Material Verschluss (Schlitten): Metall
Visierung: fest montiert
Kaliber: 0.43 (10,9 mm)
Maximale Energie: 3 Joule
Magazinkapazität: 8 Schuss (+1 Schuss durch „Quetschen“, aber nur bei Rubberballs zu empfehlen)
Gaszuführung: 12g CO2 Kapsel
Zum Lieferumfang gehören Standardmäßig:
- Desert Eagle RAM
- 1 Magazin
- Hartschalenkoffer aus Kunststoff mit Schaumstoffauspolsterung
- Rohrstopfen aus rotem Gummi
- Gummiband mit Lappen zur Laufreinigung
- Silikonöl
- Bedienungsanleitung
Lieferzustand Original:

Koffer geschlossen:
Allgemeines und ErsteindruckDer Hartschalenkoffer trägt die Markings von Magnum Research Inc., dem derzeitigen Hersteller der Desert Eagle aus den USA. Der Ersteindruck der Desert Eagle RAM: Wuchtig! Die RAM ist um einiges größer als die anderen RAM-Pistolen und kommt nach subjektiver Einschätzung ziemlich an die Originalabmessungen. Bei normalen Handgrößen oder dem Umstieg von anderen RAM-Pistolen hat man zu Beginn evtl. Probleme mit dem Handling, da die Desert Eagle wirklich sehr groß ist und die Hand Probleme hat, das Griffstück richtig zu umschließen – aber dafür ist die Desert Eagle ja bekannt!
Größenvergleich zu anderen RAM-Pistolen:

Was beim Ersteindruck allerdings ein wenig irritiert ist das – im Vergleich zum scharfen Vorbild (ca. 1.700 g) – relativ leichte Gesamtgewicht von ca. 1.200 g, das für eine Pistole mit solchen Ausmaßen ein wenig zu leicht vorkommt.
Die gesamte Verarbeitung ist sehr sauber und macht einen guten Eindruck, die Griffschalen aus Hartgummi liegen gut in der Hand. Auf der Oberseite des Verschlusses befindet sich eine fest integrierte Picantinny-Schiene, zu Montage von Rotpunktvisieren oder anderen Anbauteilen, an der Unterseite befindet sich eine abnehmbare Picantinny-Schiene. Kimme und Korn sind fest mit dem Verschluss verbunden.
Da der Sicherungshebel nur auf der linken Seite der Pistole funktionsfähig ist, eignet sich die Desert Eagle RAM vornehmlich für Rechtshänder, auf der rechten Seite dient der Sicherungshebel lediglich zu Dekorationszwecken.
Picannty-Schiene auf der Unterseite (im Hintergrund: Schiene demontiert):

Deko-Sicherungshebel auf der rechten Seite der Pistole:

Beim ersten Zurückziehen des Verschlusses wird klar, dass dieser die gleiche Funktionalität wie das echte Vorbild besitzt.

Alles in allem kann also mit gutem Gewissen gesagt werden, dass die Desert Eagle Real Action Marker wirklich sehr real ist und sehr weit an ihr scharfes Vorbild heranreicht.
Magazin und BallsNoch vor dem ersten Laden der RAM befüllen wir das Magazin mit handelsüblichen Paintballs und legen ein ebenfalls gefülltes RAM X50 Magazin zum Vergleich daneben. Da die neue Desert Eagle RAM nicht mehr mit Hülsen betrieben wird, wollen wir nochmals auf den Federdruck eingehen, der jetzt auf die ungeschützten Paintballs im Magazin einwirkt. Dazu lassen wir beide Magazine geschlagene 6 Stunden liegen. Das ist zwar ein extremer Langzeittest, der so in der Praxis eher unwahrscheinlich ist, jedoch können wir bereits nach wenigen Minuten und mit dem bloßen Auge beobachten, wie die Feder die Balls zusammendrückt und deformiert. Das Magazin der RAM X50 wirkt mit einem identischen Federdruck auf die Paintballs, wir können also keinen übermäßigen Federdruck feststellen. Das Ergebnis nach 6 Stunden: Völlig deformierte und eingedellte Paintballs. Das Bild zeigt wie weit die Federn innerhalb von 6 Stunden von den Ursprungsmarkierungen gewandert ist. Das bedeutet für unseren Test, dass wir auf Paintballs verzichten und uns auf Rubberballs beschränken. Das Paintballs mit solchen Dellen keine Scheibe mehr treffen muss nicht erläutert werden.
Quetschen der Balls durch die Federn (innerhalb 6 Stunden, siehe Ursprungsmarkierung):

Uns fällt auf, dass unter der Feder noch ein relativ langer Metallstab sitzt, der offensichtlich keine Funktion hat. Da das Wegfallen des Hülsenauswurfs mit einer erhöhten Magazinkapazität begründet wurde ist es hier ein wenig unverständlich, warum der kleine Stab im Magazin nicht gekürzt wurde. Dadurch hätten 2-3 Balls mehr Platz gehabt.
Größenvergleich von Magazinen verschiedener RAM-Pistolen:
Klar zum GefechtBevor die Standard 12g CO2 Kapsel mit Hilfe der Blechhülse in die Pistole gedreht und somit angestochen wird, muss der Verschluss bzw. der Hahn gespannt sein. Andernfalls strömt wie bei allen RAM-Pistolen die Kapsel an einem Stück aus.

Das Magazin laden wir zunächst mit 8 eingeölten Rubberballs, durch ein wenig Druck bekommen wir aber auch recht problemlos 9 Rubberballs in das Magazin. Da sich die Balls nicht verformen spielt der erhöhte Druck hierbei keine Rolle.
Nachdem wir das Magazin mit gespanntem Verschluss eingesetzt haben, entsichern wir und sind klar zum Gefecht.
Die Desert Eagle ist eine Single-Action-Only Pistole. Das heißt, der Hahn wird von Hand, bzw. durch Zurückziehen des Verschlusses (Schlitten) gespannt. Ein einfaches Durchziehen des Abzuges bei ungespanntem Hahn löst keinen Schuss aus.
Schussverhalten und StreukreisSchon nach den ersten Schüssen wird klar, dass die Desert Eagle nich nur wuchtig aussieht, sondern auch wuchtig schießt! Die Pistole macht wirklich Spaß.
Beim den Testdurchläufen bekommen wir im Schnitt 65 Schuss aus einer 12g CO2 Kapsel.
Wir stellen fest, dass wir beim Anvisieren leicht über das Ziel halten müssen. Doch dann folgt die Überraschung: Die Pistole schießt höchst präzise! Teilweise Loch-in-Loch, auch freihändig (also ohne Auflegen).
Zur Verdeutlichung lassen wir die Streukreise für sich sprechen! Hierzu haben wir jeweils 8 Schuss aus 7 Metern Distanz auf handelsübliche Pistolen-Großkaliber Scheiben abgegeben (Äußerer Durchmesser des 1er Rings: 25 cm)
Haltepunkt: "3 verschwinden lassen", Stehend aufgelegt. 8 Schuss aus 7 Metern Entfernung:

Haltepunkt: "3 verschwinden lassen", Stehend freihändig. 8 Schuss aus 7 Metern Entfernung:

Haltepunkt: Mittig, Stehend freihändig. 8 Schuss aus 7 Metern Entfernung:
Nachtrag zu "normalen Paintballs": Später wurden die neue Pistole auch mit normalen Paintballs geschossen. Die Balls haben sich erwartungsgemäß minimal im Magazin deformiert, was du einer Verschlechterung des Schussbildes geführt hat. Verschlechterung heißt in diesem Falle, dass die neue Desert Eagle RAM "nur noch" so präzise wie eine X50 oder P99 RAM-Pistole schießt. Der Präzisionsvorsprung der neuen gegenüber der alten Ausführung der Desert Eagle geht somit bei Paintballs verloren - beide Pistolen schießen damit in etwas gleich präzise.
FazitDie neue Desert Eagle RAM fühlt sich wuchtig an. Sowohl von der Handhabung, als auch vom Schussverhalten. Auf Grund des Federdrucks im Magazin besteht das allgemeine Problem von RAM-Pistolen mit "normalen" Paintballs: Die schnelle Deformation der Balls führt zu einem großen Streukreis. Allerdings: Mit Rubberballs oder Powerballs ist die Neuauflage der RAM Desert Eagle ein absolutes Präzisionswerkzeug. Wir waren vom Treffebild - selbst freihändig geschossen - mehr als beeindruckt!


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Dieser Test wurde so objektiv wie möglich verfasst, dennoch spiegeln einzelne Aussagen die Meinung des Verfassers wieder.
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