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[Vergleichstest] Desert Eagle RAM: Neu vs. Alt

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Famas
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[Vergleichstest] Desert Eagle RAM: Neu vs. Alt

Beitrag von Famas » Mi 8. Apr 2009, 09:45

Desert Eagle RAM

Neu vs. Alt – der Vergleich!


Die vielen Fragen zur neuen Version der Desert Eagle RAM ohne Hülsenauswurf motivierten uns, beide Modelle im direkten Vergleich gegenüber zu stellen.
Vielen Dank an dieser Stelle an die Firma Umarex Sportwaffen GmbH, die uns das neue Desert Eagle Modell für diesen Test zur Verfügung gestellt hat.
Ebenfalls ein Dankeschön an unseren User Legionary2000, der uns das alte Modell mit Hülsenauswurf zum Vergleich überlassen hat.

Bild


Auf den ersten Blick


Legt man zunächst beide Kunststoffkoffer nebeneinander, ist der eine nicht vom anderen zu unterscheiden. Beide haben die selben Beschriftungen an den selben Stellen, sind aus dem gleichen Material und sind in allen Belangen völlig identisch.

Wenn man nun die beiden Koffer aufklappt, liegen vor einem zwei ebenfalls auf den ersten Blick völlig identische Waffen.

Bild


Ausmaße und Handling ist bei beiden Waffen genau gleich – auch wenn die neue Version, vermutlich aufgrund der fehlenden Mechanik für den Hülsenauswurf, knapp 120 Gramm leichter daher kommt.
Beide weisen ein makelloses Finish und eine saubere Verarbeitung auf. Die verwendeten Materialien sind gleich – bei beiden besteht das Griffstück aus stabilem Kunststoff, der gesamte obere Teil der Waffe aus Metall und die Griffschalen aus Hartgummi.

Da es sich in beiden Fällen um Lizenzfertigungen handelt, sind natürlich auch die Markings an den richtigen Stellen und vollständig vorhanden. Die Beschriftungen sind sauber, gut erkennbar und an der originalgetreuen Position – zumindest auf der linken Waffenseite.

Auf der rechten Waffenseite – genauer gesagt auf dem vorderen Ausläufer des Verschlusses – finden sich die ersten, zugegeben unwesentlichen Unterschiede zwischen neu und alt:
von hinten nach vorne ist zuerst das :F: Zeichen aufgedruckt. Anschließend kommt ein Warnhinweis, der bei der neuen Version um 2 Zeilen verlängert wurde.
Weiter Richtung Mündung ist bei beiden Waffen noch das Kaliber sowie die Seriennummer aufgedruckt.

Bild

Was auf dem Bild kaum erkennbar ist:
Der Verschluss bewegt sich bei den neuen Desert Eagle 2 Millimeter weiter nach hinten, als beim alten Modell. Auswirkungen hat dies jedoch keine.


Die Magazine

So sehr sich die beiden Wüstenadler auch äußerlich gleichen: Die Magazine unterscheiden sich wie Tag und Nacht.
Während bei der alten Version bekannterweise noch Hülsen für die Unterbringung der Balls verwendet wurden, arbeitet die Neue gänzlich ohne Hülsen. Dieser Umstand bringt den Vorteil, dass ein Ball mehr ins Magazin passt, machte allerdings wieder um den großen Vorteil zunichte, den die Verwendung der schützenden Hülsen mit sich brachte: Paintballs werden nun im Magazin wieder durch den Druck der Magazinfeder gequetscht. Dadurch gegebenenfalls deformierte Paintballs fliegen erfahrungsgemäß nicht mehr gradeaus sondern irgendwo hin.

Hier mal beide Magazine im Vergleich:

Bild

Auffällig ist weiterhin, dass der Federdruck des alten Magazins um einiges kräftiger ist und das Laden um einiges beschwerlicher, da sich der Boden des Magazins nicht arretieren lässt.
Dies wurde bei der neuen Version nachgebessert, was den Ladevorgang – nicht zuletzt auch durch den schwächeren Federdruck – um einiges erleichtert.
Unverständlich ist, warum der Boden des neuen Magazins gute 3,5 Zentimeter lang ist... hätte man diesen auf 1cm gekürzt würden im Magazin 2 – 3 Balls mehr Platz finden.


Die Technik


Bei beiden Waffen funktionieren genau gleich.
Zunächst wird die Waffe gespannt und eine 12gr CO2 Kapsel ins Griffstück geschraubt. Anschließend wird das gefüllte Magazin eingeführt bis es einrastet, nun noch durchgeladen und entsichert.
Sowohl das neue, als auch das alte Modell haben einen Single Action Only (SAO) – Abzug, was bedeutet, dass die Waffe nicht durch Betätigen des Abzugs gespannt werden kann.
Die Sicherung bewirkt bei neu und alt, dass der Abzug ins leere greift und so nicht mehr betätigt werden kann - auch hier: keine Unterschiede.

Die Abzugscharakteristik ist ebenfalls bei beiden Modellen identisch: Der Abzug löst bei guten 1.500 Gramm aus und legt seinen Weg sauber, ohne Hakeln oder Kratzen bis zu einem leichten Druckpunkt zurück, bevor der Schuß auslöst.

Das minimal lautere Schußgeräusch und die Energie des Blowbacks lässt subjektiv die alte Version etwas kraftvoller daher kommen.

Bei unserem Test war die neue Desert Eagle absolut zuverlässig, konstant in der Leistung und das interessanteste:
Sie war dem Schussbild der alten Version um einiges überlegen!

Schwer zu glauben? - Ist aber so! Die neue Version ist im Vergleich mit anderen RAM-Kurzwaffen ein wahres Präzisionswunder!
Während die Alte ihre Treffer beinahe über die gesamte Scheibe verteilt hat (Streukreis 15 – 20 cm) wiesen die Streukreise des neuen Wüstenadlers nur knapp den halben Durchmesser auf.

Desert Eagle neu, 8 Schuss Rubberballs, 7 Meter, stehend aufgelegt
Bild

Desert Eagle alt, 8 Schuss Rubberballs, 7 Meter, stehend aufgelegt
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Geschossen haben wir ausschließlich mit leicht eingeölten Rubberballs.
Der Schußtest mit Paintballs kann leider in unserem Keller nicht durchgeführt werden, wird aber bei Zeiten nachgereicht.
Hier bleibt die Frage offen, ob die Magazinfeder der neuen DE die ungeschützten Paintballs so stark quetscht, dass dies Auswirkungen auf die Präzision hat. Es ist zu erwarten, dass sich die Alte durch Verwendung der Hülsen bei Verwendung von Paintballs wieder etwas besser gibt.

Nachtrag zu "normalen Paintballs":
Später wurden die neue Pistole auch mit normalen Paintballs geschossen. Die Balls haben sich erwartungsgemäß minimal im Magazin deformiert, was du einer Verschlechterung des Schussbildes geführt hat. Verschlechterung heißt in diesem Falle, dass die neue Desert Eagle RAM "nur noch" so präzise wie eine X50 oder P99 RAM-Pistole schießt. Der Präzisionsvorsprung der neuen gegenüber der alten Ausführung der Desert Eagle geht somit bei Paintballs verloren - beide Pistolen schießen damit in etwas gleich präzise.

Auf den folgenden Bildern ist noch der geöffnete Verschluss der beiden Modelle zu sehen.
Deutlich zu erkennen ist hier, dass durch die Ersparnis der Mechanik des Hülsenauswurfes bei der neuen Desert Eagle ein längerer Lauf verbaut werden konnte. Ob dies wohl der Grund für die merklich gesteigerte Präzision ist?

Neu:
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Alt:
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Gasverbrauch


Ein weiterer, äußerst interessanter Unterschied zwischen den beiden Modellen ist, dass die neue Version deutlich weniger Gas verbraucht.
Aus einer 12 Gramm CO2 Kapsel haben wir im Schnitt 65 saubere, verwertbare Schüsse aus der Neuen heraus bekommen. Beim alten Modell waren es im Schnitt nur knappe 50.

Woran dies liegt, konnten wir nicht herausfinden, allerdings ist dies durchaus ein Punkt der für das neue Modell spricht, zumal im Bezug auf die Mündungsenergie keine Unterschiede festgestellt werden konnten.


Fazit

Der zunächst kultig anmutende Hülsenauswurf mit all seinen Vorteilen beim alten Modell ist Geschichte... abgesehen davon kommt die neue Desert Eagle mit kaum nennenswerten Unterschieden daher. Und in den Punkten, wo sich die beiden Modelle doch differenzieren, hat meist die neue Version die Nase ein Stück vorn.
Alles in allem steht die Neue der Alten in nichts nach – wäre da nicht die Verwendung der Hülsen, welche bei Benutzung von Paintballs weiterhin Vorteile bringen dürfte.
Ob diese allerdings angesichts des sensationell guten Trefferbildes noch nennenswert ins Gewicht fällt bleibt abzuwarten.
Ausgiebige Praxistests werden folgen – der erste Eindruck hat jedenfalls durchaus überzeugt, gerade weil die Erwartungen an das neue Modell eher zurückhaltend waren!





Bild

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Dieser Test wurde so objektiv wie möglich verfasst, dennoch spiegeln einzelne Aussagen die Meinung des Verfassers wieder.

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