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Anleitung zum Laufwechsel der T4E-Reihe

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Zaphod
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Anleitung zum Laufwechsel der T4E-Reihe

Beitrag von Zaphod » Do 13. Okt 2016, 12:17

Bevor ich auf die Anleitung zu sprechen komme, eine wichtige Info vorab: Auch nach längerer Recherche konnte ich keine abschließende Antwort finden, ob beim wechseln des Laufes das F erlischt, oder nicht.
Was garantiert erlischt, ist die Garantie. Darum handelt hier jeder auf eigene Verantwortung.


Anleitung zum Laufwechsel der T4E-Reihe


und wie es überhaupt dazu kam.

Als ich im vergangenem Jahr nach dem kauf einer TM4 für den Heimgebrauch über das Thema RAP stolperte, traf ich, wie sollte es anders sein, auf das Realaction-Forum. Höhö.
Neugierig, wie ich nun mal bin, durchforstete ich das gesamte Forum von den Anfängen des RAP bis Heute.
Unter anderem stieß ich dabei auf einen älteren Testbericht von Famas über die HK416C (Dabei handelte es sich um eine GBB aus dem Airsoftbereich).
Es sollte Liebe auf den ersten Blick werden. Daraufhin recherchierte ich in alle Richtungen, Umbaumöglichkeiten für die TM4 zu finden, die sie in eine hübsche HK416C verwandeln würden.

Ich stand schon kurz davor mir von Umarex eine Airsoftvariante zu kaufen und für meine dunklen Zwecke zu mißbrauchen, (Szenen blende: ...und der Finsterling reckte die geballte Faust gen Himmel, Wahnsinn überzog sein Gesicht und ein irres Lachen erschallte; Blitze und Donner grollen überzogen den Himmel… Szenen blende – Sorry, Der mußte raus ;-) als, ja! Als Umarex doch tatsächlich ankündigte eine HK416D raus bringen zu wollen.
Geil, geil, geil! Boah...langer Lauf! Geil, geil, geil…Hey, der wäre doch was für die M4…
Es sollte noch gefühlte Ewigkeiten dauern, bis ich Sie dann endlich mal in Händen hielt. In der Zwischenzeit leerte sich mein Geldbeutel auf rätselhafte Weise und ständig klingelte so‘n Typ mit dem immer gleichen gelb roten Hemd an der Tür und drückte mir immer wieder neue Kartons mit lauter schönen Dingen in die Hände.

Dann kam der Moment und Alles lag schön ausgebreitet vor mir. Auf der einen Seite die M4 auf der Anderen die HK, dazwischen Werkzeuge und diverses Material. Das Experiment konnte beginnen. Nach einigen Hochs und Tiefs glückte mir Dieses dann auch, und so habe ich es getan…

1. Man nehme eine TM4

am besten die einfache Variante mit dem Standard Handschutz. Ist 1. wesentlich einfacher und 2. billiger! Man spart sich die echt nervende Demontage des RIS und die werde ich hier auch nicht behandeln.

Achtung: Vor dem zerlegen immer darauf achten, das die Waffen entladen, entspannt und gesichert sind!

Zu Beginn schrauben wir den Mündungsfeuerdämpfer vom Laufende. Da es sich um ein Linksgewinde handelt, müssen wir zum lösen rechtsherum drehen.
Den Delta-Ring (1) Richtung Gehäuse schieben und die beiden Halbschalen (2) nach unten und oben auseinander ziehen. Ist beim ersten Mal eine fummelige Angelegenheit.

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Info: Wir sehen, das der Lauf in einer konusförmigen Montage mittels einer Halbschale und zwei kleinen Schrauben befestigt ist. Hier sei gesagt - Finger weg! Da geht‘s zum Rubber-Grommit. Der hält bei der reinen Verwendung von Powderballs ewig. Wer da also nicht unbedingt ran muß und hierfür nicht die passenden Schraubendreher besitzt, ruiniert sich, schneller als er Amen sagen kann, die Schraubenköpfe. An der Stelle war der Hersteller mit Kleber nicht geizig!

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Gucken wir uns an dieser Stelle lieber den Delta-Ring etwas genauer an. Innen ist er gezahnt, wie ein Fahrradritzel.

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Um diesen Delta-Ring zu lösen, benötigen wir einen Laufschlüssel. Der besitzt (In meinem Fall Drei) Pins, die halbkreisförmig verteilt auf dem Schlüssel sitzen und zwischen die Verzahnung passen, und drehen mit kontrolliertem Krafteinsatz gegen den Uhrzeigersinn!
Da der Hersteller diesen Delta-Ring sehr gut festzieht (Absolut unnötig!) und auch mit so‘ner Art Loctite (Wesentlich unnötiger!) nicht sehr sparsam umgehen kann, benötigt man beim erstmaligen lösen eine gewisse Menge Ellenbogenfett und, sehr hilfreich, die Möglichkeit die Waffe einspannen zu können. In meinem Fall saß ich auf der Couch und klemmte die Waffe zwischen meine Oberschenkel. Es ging so! Irgendwie…Tat weh!
Paßt auf eure Hände auf. Das abrutschen mit Werkzeug kann böse Verletzungen verursachen.

Alternativer Tipp: Wer einen Schraubstock und einen nicht mehr benötigten Carry Handle oder eine andere geeignete Montage, die zum einspannen in den Schraubstock taugt, sein Eigen nennt, kann die Waffe Überkopf fixieren. Hat den Vorteil, daß man mit einer Hand den Laufschlüssel an den Ring anpressen und mit der Anderen kontrolliert Kraft aufbringen kann.
Sollte sich evtl. gar nichts bewegen, wäre darüber hinaus der wohldosierte Einsatz eines Heißluftföhns eine weitere Möglichkeit den Delta-Ring zur Aufgabe zu bewegen.
Von so merkwürdigen Ideen aus den Weiten des allwissenden Netzes, eine Flex zu Hilfe zu nehmen, rate ich entschieden ab!

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Ist das verflixte Ding dann endlich mal abgeschraubt, jetzt nicht den Fehler begehen und voller Elan und übermotiviert versuchen den Lauf herauszuziehen...
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sondern trennen erst mal die Gehäuseteile voneinander (Okey, den Schritt hätte ich auch zuerst vornehmen können) und entnehmen den Verschluß (Bolt, Core oder wie dat Dingens sonst noch heißt)
In der Mitte des Bildes fällt uns der Gasanschlussstutzen fürs Magazin auf. Der verhindert das vorzeitige rausziehen des Laufes.

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Dieser muss vorsichtig heraus geschraubt werden. Dazu besitzt er am Rand zwei Schlitze zur Werkzeugaufnahme.

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Ganz wichtig: Was Passendes als Werkzeug verwenden. Die Normalen Schlitzschraubendreher sind meistens zu schmal bzw. die keilförmigen Klingen können Grate verursachen. Das sollte unter allen Umständen vermieden werden.
In meinem Fall hab ich den Klingenrücken eines stumpfen Messers verwendet. Haben wir den Stutzen sauber rausgeschraubt, steht der endgültigen Scheidung nichts mehr im Wege.

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Herzlichen Glückwunsch, ein Lauf.

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Der abschließende Schritt ist optional und behandelt das entfernen des Kornträgers. Wir benötigen dazu eine Auflagemöglichkeit um den Lauf zu unterfüttern, damit er nicht wackeln kann. In meinem Fall hatte ich das mit unterschiedlich dicken Hölzern realisiert.
Als erstes entferne man mit Hilfe eines Durchschlags und eines Hammers die Federhülse, die den Ring für den Tragegurt hält. Darunter sitzt eine Madenschraube, die wir mit einem 1,5mm Innensechskant lösen müssen, bevor wir zu Schritt 2. kommen. Da diese Madenschraube mit Loctite gesichert ist, empfiehlt es sich hier behutsam vorzugehen und nicht gerade den ausgenudelsten Inbus im Haushalt zu verwenden.
Bei den beiden Passstiften ist es wichtig zu wissen, daß Diese bei der TM4 leicht konisch sind. An der flachen Seite sind sie breiter, an der abgerundeten schmaler.
Aus eigener Erfahrung kann ich empfehlen sich an dieser Stelle zu dokumentieren (Foto/Skizze, etc.), wiederum die Stifte in den Löchern sitzen.
Zum austreiben müssen wir den Durchschlag auf der abgerundeten Seite ansetzen und vorsichtig ohne abzurutschen mit wohldosierten Hammerschlägen arbeiten. Da die Haftreibung der Passstifte am Anfang recht hoch ist, müssen wir uns mit den Hammerschlägen an den benötigten Kraftaufwand ran tasten. Sind die beiden Stifte draußen, können wir den Kornträger vom Lauf ziehen.

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Abschließend passieren noch die Blechscheibe für den Handschutz und der Delta-Ring das Laufende. Und Viola! Wir halten einen 10“ Lauf in unseren Händen.

Wollt ihr den Lauf wieder einbauen, geht ihr in umgekehrter Reihenfolge vor.

Ansonsten geht es weiter zum nächsten Schritt.

2. Man nehme eine HK416D

und entlade, entspanne und sichere zuerst die Waffe.
Dann entfernt ihr auch hier als erstes den Mündungsfeuerdämpfer.
Einige Arbeitsschritte der TM4 wiederholen sich hier, darum werde ich eher auf die abweichende Handhabung eingehen.
Als nächstes entfernen wir den Handschutz. Dazu benötigen wir einen 5,0mm Innensechskant und entfernen die Inbuschraube sowie die beiden Keile. Da der Handschutz ziemlich stramm sitzt, benötigen wir ein Stück Holz als Puffer, setzen es neben das Gehäuse an die Kante vom RIS und treiben es, abwechselnd von der linken und rechten Seite, mit vorsichtigen Hammerschlägen von der darunterliegenden Laufmutter.

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Hat das RIS die Laufmutter verlassen, läßt es sich einfach über den Gasblock abziehen.

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Wie wir sehen können, ist die Laufmutter bei der HK eine lange zylindrische Hülse mit zwei gegenüberliegenden 5mm Bohrungen zur Werkzeugaufnahme und einer halbrunden Nut. In dieser Nut sitzt die Inbuschraube von vorhin und sorgt dafür, das das RIS an Ort und Stelle fixiert wird.

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Anders, als bei der TM4 benötigen wir zum lösen dieser Laufmutter einen Hakenschlüssel. Das ist ein halbrunder Arm mit einem Haken am Ende. Ansonsten machen wir dasselbe Spiel wie bei der TM4.

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Ist auch diese harte Nuss geknackt, kommt wieder dieselbe Laufbefestigung wie bei der TM4 zum Vorschein. Auch hier gilt: Muß ich nicht ans Rubber-Grommit, Finger weg!
Was aber auffällt; bei den zwei kleinen Schrauben wurden die Kanten an den normalerweise überstehenden Schraubenköpfchen bündig gefeilt. Die Erklärung ist simpel. Die Innenwände der Laufmutter gleiten beim festschrauben bündig über diesen Laufanschluß. Aus dem Grund muß beim Lauf der TM4 die Kanten der Schrauben bündig gefeilt werden, solltet ihr Diesen in der HK verwenden wollen.

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Hier sieht man wieder dasselbe Spiel wie oben. Bevor der Lauf komplett entnommen werden kann, muß der Gasanschluß entfernt werden. (Ich weiß! Hätte ich auch hier zuerst machen können)

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So, jetzt haben wir den 14,5“ Lauf der HK vor uns liegen.

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Die Entfernung des Gasblocks läuft ebenfalls analog zur TM4, Madenschraube entfernen und in diesem Fall keine Passstifte sondern Federhülsen heraus treiben. Zum Schluß noch die Laufmutter entnehmen.

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Jetzt habt ihr die nötigen Informationen, wie man die Läufe aus- und wieder einbaut bzw. wechselt.

Kommen wir zum letzten Kapitel...

3. Der Wechsel des Schubschafts bei der HK416D

Als erstes entfernen wir den Upper,

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ziehen den Schubschaft nach hinten ab

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und lockern die Mutter am Stock auch Castlenut o.s.ä. genannt.

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Jetzt benötigen wir einen sehr langen Innensechskant,

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um die sehr lange Inbuschraube herauszuschrauben.

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Beim Schrauben wird euch plötzlich dieser Gummipuffer mit innen liegender Mutter herunterfallen. Im unterschied zur TM4 hält die Schraube vom Stock gleichzeitig diesen Puffer fest. Da wir noch nicht fertig sind, schrauben wir weiter,

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bis der Stock und die Slingplate vor uns liegen.

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Wer hier den Schaft wieder anbringen will, geht in umgekehrter Reihenfolge vor.

Ansonsten geht’s jetzt weiter zum Einbau des typischen HK416C-Schubschafts von VFC/Umarex ursprünglich für die AEG Airsoftvariante.

Als erstes benötigen wir eine Schraube der größe M5x40. Mittlerweile ist die in meiner Waffe auch verbaut. Beim Fotoshooting mußte ich noch improvisieren, indem ich die passende Anzahl Muttern und U-Scheiben darunter gepackt hatte.

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Wir zerlegen den Schubschaft erstmal in seine Einzelteile. D.h. wir ziehen die Schaftkappe mit Gestänge heraus. Dazu müssen zum entriegeln die beiden Hebel auf der Unterseite des Stocks zusammengedrückt werden. Dann schrauben wir den Deckel vom Stock.
Als nächstes setzen wir die Slingplate auf den Stock (Bei meiner habe ich übrigens die Öse für den Sling gegen einen QD-Becher getauscht), schieben Beides auf die Waffe und schrauben die Schraube soweit rein, bis Sie auf der Innenseite ca. 1,5cm reinragt.

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Jetzt muß der Gummipuffer an die Schraube angesetzt werden. Achtet darauf, daß die Mutter im Puffer soweit wie möglich drinnen sitzt, und zieht die Schraube fest. Sollte das Schraubenende nicht bündig mit der Mutter abschließen, nochmals lösen, mit irgendetwas Passendem gegen die Mutter drücken und die Schraube wieder festziehen.

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Jetzt noch die Schaftkappe einsetzen,

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und die Castlenut von Hand handfest anziehen.

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Da in jedem mechanischen System immer etwas Spiel ist, muß der abschließende Schritt sorgfältig gemacht werden.
Wir nehmen das Ganze in die Hand, schauen von oben drauf und bewegen dabei den Schaft hin und her. Es fällt auf, daß die beiden Stangen unterschiedlich gefertigt wurden. Damit es im Alltag nicht kratzt, schleift und hackelt suchen wir die engste Stelle. In unserem Fall die Stangenenden und die Schraubenköpfe im Gehäuse. Jetzt können wir die Castlenut festziehen und kontrollieren dabei die Spalte. Haben wir das geschafft und lässt sich der Schaft ohne zu hackeln ein- und ausfahren,

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haben wir unser Ziel erreicht.
Die nachfolgenden Bilder zeigen Beispiele, was man draus machen könnte. Es passen so ziemlich alle HK416 Teile von VFC/Umarex. Weitere Beispiele findet ihr im Bilderthread.
Auf Wunsch kann ich auch die unmöglichsten Konstruktionen für Bilderwünsche bauen, oder legt selber los. Ich wünsche euch viel Spaß dabei.

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