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VFC-Doppeltest: Heckler & Koch MP5K vs. MP5SD

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Drellerbetsch
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VFC-Doppeltest: Heckler & Koch MP5K vs. MP5SD

Beitrag von Drellerbetsch » So 11. Mai 2014, 12:21

Review
Umarex / VFC
Titel.jpg
HK MP5K vs. HK MP5SD

Gas Blowback

Einleitung:
Dieser Testbericht behandelt die neue MP5K von VFC und zieht als Vergleichsobjekt die seit längerem auf dem Markt befindliche MP5SD heran. Ich werde versuchen, objektiv auf die Unterschiede und Vorzüge des jeweiligen Models einzugehen, allerdings wird auch die eine oder andere persönliche Meinung mit einfließen.
Richtungsangaben wie vorne / hinten, links / rechts sind jeweils aus der Sicht des Schützen zu sehen.
Auf einigen Bildern sind an der MP5SD diverse Verschleißspuren zu sehen. Dies begründet sich dadurch, das die Waffe bereits seit fast 2 Jahren in meinem Besitz ist und schon mehrere Spieltermine gesehen hat.

Basics:
In der Grundversion wird die MP5 von Heckler & Koch seit 1966 produziert und erfreut sich seitdem einer hohen Beliebtheit in zahlreichen Polizei und Militäreinheiten auf der ganzen Welt.
1974 wurde dann die MP5SD vorgestellt, die mit ihrem integriertem Schalldämpfer in der Lage ist, konventionelle 9x19mm Munition zu verschießen, also keine spezielle Unterschallmunition benötigt. Dies wird ermöglicht durch mehrere Entlastungsbohrungen, die direkt nach dem Patronenlager bereits einen Teil der Antriebsgase in den Schalldämpfer ableiten, welcher sich über den gesamten Lauf zieht.
Die Einführung der MP5K folgte 2 Jahre später.
Bis zum heutigen Tage wurde die MP5 und ihre Varianten mehrfach überarbeitet und modernisiert und ist immer noch fester Bestandteil der Ausstattung von Polizei, Militär und ihren Spezialeinheiten.
Einsätze wie die „Operation Feuerzauber“ der GSG9 und die „Operation Nimrod“ des SAS, ihr Vorkommen im Logo der Roten Armee Fraktion und selbstverständlich die konstante Präsenz in diversen Actionfilmen und Computerspielen sorgen dafür, dass die MP5 zum heutigen Tage wohl die berühmteste Maschinenpistole des Planeten ist. Zuverlässigkeit, Präzision und Langlebigkeit fördern diesen Ruf natürlich.


Genug gelabert! Was wird geliefert?
Beide Modelle werden in einem formschönen Karton im HK-Design geliefert, welcher mit Styropor ausgekleidet ist. Darin befindet sich die jeweilige Waffe, ein Magazin, eine Bedienungsanleitung, ein Speedloader und ein 20cm langer 1,5mm Inbus-Schlüssel (dazu später mehr).
Meines Erachtens nach gewährleistet die Verpackung einen sicheren Versand sowie eine formschöne Aufbewahrung. Zum Transport auf ein Spielfeld würde ich aber dennoch einen entsprechenden (verschließbaren) Transportkoffer empfehlen - siehe Rechts-FAQ
Lieferumfang.jpg
Daten?
Da die MP5K zum verdeckten Tragen entwickelt wurde ist diese mit 32cm Länge natürlich sehr führig und kann mit dem entsprechenden Schulterholster auch unter der Jacke getragen werden.
Trageweise.jpg
Ihre heisere Schwester hingegen bewegt sich mit 66cm bei eingeschobener Schulterstütze und vollen 80cm bei ausgezogener Schulterstütze schon im Bereich eines kurzen Sturmgewehrs. Dies spiegelt sich auch in dem Gewicht von 3150g wieder. Mit 2370g ist "die Kurze" immer noch ziemlich schwer, was sich durch die massive Metallbauweise der 60er begründet.
Beide Waffen verwenden die selben Magazine, welche 30 BB's und den Greengasvorrat fassen. Magazine mit einer Aufnahme für eine 12g Co2 Kapsel sind ebenfalls erhältlich, liegen mir aber derzeit nicht vor.
Bei der Lauflänge gibts dann aber einen unerwartet großen Unterschied, welcher sich auch später im Schusstest widerspiegelt:
Die Lauflänge ist bei der MP5K mit gerade mal 110mm wie erwartet sehr kurz, wohingegen die schallgedämpfte Version volle 330mm funktionsgebenden Innenlauf beinhaltet. (Dies entspricht der Lauflänge des G36k des selben Herstellers!) Der Grund hierfür ist wieder mal beim Original zu suchen: Bei der HK-MP5SD geht der Lauf durch den gesamten Schalldämpfer oder andersrum: der Schalldämpfer zieht sich über den Lauf bis hinter zum Patronenlager. Somit wird ein großer Dämpfungsraum geschaffen, ohne den Lauf zu verkürzen oder die Waffe zu verlängern. Im Gegenzug ist ein Schalldämpfer dieser Größe natürlich relativ schwer und kann außerdem nicht abgenommen werden, ohne die Funktion zu beeinträchtigen.

Handling / erster Eindruck
Grundsätzlich ist zu sagen, das VFC bei beiden Modellen ganze Arbeit geleistet hat.
Beide fühlen sich grundsätzlich "richtig" an und zeigen selbst bei genauem hinsehen keine Verarbeitungsmängel wie Gussnähte oder ähnliches. Im Gegenteil: Streng am Original orientiert finden sich bei exakter Betrachtung zahlreiche Details, die eigentlich nicht sein müssten: Kaliberangabe "Kal. 9mm x 19" auf dem Magazinschacht, zahlreiche kleine Schweißnähte, die Waffenbezeichnung auf der Gehäuseoberseite - alles vorhanden.
Spannhebel lässt sich sich bei beiden Waffen mit einem satten, metallischen Geräusch zurück ziehen. Er befindet sich in Schussrichtung auf "10 Uhr" und kann zurückgezogen auf "11 Uhr" arretiert werden. Dazu muss der Bediener jedoch selbst aktiv werden - die MP5 besitzt auch im Original keinen Verschlussfang was hier von VFC in gewohnter Detailtreue übernommen wurde, aber aufgrund der technischen Unterschiede zwischen dem scharfen Vorbild und dem GBB-Nachbau leider dafür sorgt, dass das VFC Modell ohne BB's weiter schießt wo beim Original der "Dead Mans Click" auftreten würde.
Das Magazin rastet bei beiden Waffen sauber ein und hat anschließend etwas Spiel, was aber nicht weiter stört.
Sämtliche Plastikteile (Griffstück und Vordergriff bei der MP5K; Griffstück, Handschutz und Schulterstütze bei der -SD) wirken solide, passgenau und sauber verarbeitet. Lediglich der Handschutz der SD-Variante wackelt ein wenig da dieser nur aufgeschoben und nicht mit einem Splint oder ähnlichem fixiert ist. Eine Gefahr, diesen im Spiel zu verlieren oder auf einmal zwei Teile in der Hand zu haben besteht aber nicht.
Zum Griffstück ist außerdem zu sagen, dass die MP5SD mit einer "Sicher" und "Einzelfeuer" Abzugsgruppe ausgestattet ist, werden die MP5K auch über einen automatischen Feuermodus verfügt (welcher für Deutschland selbstverständlich deaktiviert wurde).
abzugsgruppe.jpg
Funktionell sind die Griffstücke identisch. Ein Austausch untereinander ist aber nicht möglich, da das Griffstück der -SD über die aufgesteckte Schulterstütze fixiert wird, was bei der -K natürlich nicht möglich ist, und durch einen zusätzlichen Splint gelöst ist.
Ein kleiner Unterschied findet sich außerdem an der Visiereinrichtung. Während die MP5SD über eine originalgetreue Trommelvisierung verfügt, bei der man je nach Schussdistanz und Lichtverhältnissen zwischen vier verschiedenen Lochkimmen wechseln kann hat man bei ihrer kleinen Schwester vier gleich große Rechteckskimmen zur Verfügung. Hier wurde wohl etwas gespart - im Spiel dürfte dadurch aber kein Unterschied entstehen.
Kimmen.jpg
Das Tunnelkorn ist bei beiden Waffen gleich.

Was ist Drin?
Beide Waffen zerlegen sich originalgetreu, intuitiv und grundsätzlich ähnlich.
Bei der kurzen Variante entfernt man zwei Sicherungssplinte die das Bodenstück freigeben, woraufhin sich die die Pufferfeder und die (natürlich deutlich kürzere) Schließfeder herausnehmen lassen. Ein anschließendes betätigen des Spannhebels befördert den Verschluss ans Licht.
Ein weitere Splint hält das Griffstück und ein vierter den Handschutz samt Vordergriff.
mp5k-zerlegt.jpg
Bei der schallgedämpften Version wird nur ein einziger (größerer) Splint entfernt damit das Bodenstück samt Schulterstütze abgezogen werden kann. Die Pufferfeder ist hier außerdem fest mit der Schulterstütze verbaut. Schließfeder, Verschluss und Griffstück können nun wie bei der "kurzen" entfernt werden. Anschließend wird der Schalldämpfer abgeschraubt und ein etwas schwieriges Entfernen des Handschutzes gibt einen Blick auf den Außenlauf frei.
mp5sd-zerlegt.jpg
Auch hier findet sich wieder ein eigentlich überflüssiges, aber dennoch sehr schönes Detail: Sogar die Entlastungsbohrungen, die für die MP5SD so charakteristisch und innovativ sind und das verwenden von spezieller Unterschallmunition überflüssig machen, sind bei der GBB-Variante vorhanden. Selbstverständlich haben sie hier keine Funktion, da sie sich nur im Außenlauf befinden. :top:
Gasbohrungen.jpg
Ein Blick auf die Verschlüsse zeigt weitere Unterschiede:
Das Führungsrohr des "K-Verschlusses" ist ca. 15mmkKürzer, was durch die kompakte Bauweise der Waffe schnell erklärt ist.
Etwas mehr zu bedauern ist ein Detail am Verschlusskopf: Während bei der MP5SD eine schwarze Auswerferkralle von einer messingfarbenen Feder gehalten wird, ist bei der MP5K dies nur im einheitlich grauen Zinkdruckguss angedeutet. Bei dem sonst so detailverliebten Nachbau ist so etwas leider anzumerken, auch wenn es die Funktion natürlich nicht beeinflusst.
Verschluss.jpg
Ein Blick bei beiden Waffen von hinten in das Gehäuse zeigt den in meinen Augen einzigen ernsthaften Mangel:
Hopup.jpg
Unter dem Lauf befindet sich eine in Schussrichtung angebrachte Madenschraube. Hierbei handelt es sich um die Verstellung des Hopups! Das heißt, dass um das Hopup einzustellen, muss die komplette Waffe zerlegt werden und der mitgelieferte 20cm lange, 2mm-Sechskantschlüssel der Länge nach in die Waffe eingeführt werden, um diese Madenschraube zu drehen. Anschließend wird die Waffe zusammengesetzt, 2-3 Probeschüsse gemacht und das ganze so lange wiederholt, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. :wall:

Jetzt aber Los: Schusstest
Grundsätzliches:
Für beide Waffen wurde das selbe Greengas, die selben 0.25g BB's und das selbe Magazin verwendet. Die Außentemperatur lag bei 18 Grad, die Schussdistanz bei 5 Metern.
Wie erwartet hatte die MP5SD eine höhere Mündungsgeschwindigkeit von 107 M/sek (350fps) im Vergleich zur MP5K mit 82 M/Sek (270fps) was sich durch die unterschiedliche Lauflänge begründet. Dies entspricht bei den verwendeten 0.25g BB's einer Energie von 1,4 Joule bei der -SD und 0,85 Joule bei der -K.
Ebenfalls war das Trefferbild bei der MP5SD besser, was einerseits auf der Lauflänge beruht, andererseits dem fehlen einer Schulterstütze bei der MP5K zuzuschreiben ist, was das Zielen erschwert. Dies könnte mit einer Klappschulterstütze ausgeglichen werden (also ein Umbau zur MP5K PDW), allerdings besitze ich das entsprechende Teil nicht. Dies werte ich aber nicht unbedingt als Minuspunkt, da man im Hinterkopf behalten muss, dass die MP5K für beengte Verhältnisse gedacht ist - nicht als Präzisionswaffe.
mp5sd-treffer.jpg
MP5sd
mp5k-treffer.jpg
MP5k

Fazit
Beide Waffen besitzen ein ansprechendes, originalgetreues Äußeres und ein ebensolches Handling.
Detailenthusiasten finden in beiden Versionen eine Waffe, die sich auf dem Schießstand, auf dem Feld und im Regal gleichermaßen gut macht. Wie störungsfrei die Waffen unter Spielbedingungen laufen, muss natürlich die Erfahrung zeigen, allerdings hatte ich auf den Events mit der MP5SD lediglich eine Zuführungsstörung, die sich leicht beheben ließ.
Wer eine PDW sucht, und keine Lust auf die MP7 hat, findet in der MP5K eine adäquate Alternative.

Zum Abschluss noch ein paar Impressionen
K-Impression.jpg
SD-impression.jpg
SD-impression2.jpg
K-Impression2.jpg


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Ich bedanke mich herzlich bei der Firma Umarex,
welche uns diese Gas Blowback Airsoft für unseren Testbericht zur Verfügung gestellt hat

Bild

Hier können Fragen, Anregungen und Kritik an den Autor gerichtet und über den Testbericht diskutiert werden

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