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[Testbericht] RAP4 XPower (alte US Importversion)

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Shark
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[Testbericht] RAP4 XPower (alte US Importversion)

Beitrag von Shark » Di 2. Jun 2009, 22:19

Anmerkung der Admins: Diese Version der XPower wurde selbstständig aus den USA importiert und vom Beschussamt abgenommen. Inzwischen ist die XPower regulär auf dem deutschen Markt erhältlich. Bei der jetzigen Version wurden einige der unten genannten Kinderkrankheiten (z.B. Ballzufuhr, Klemmen des Magazinpömpels) behoben. Ein aktueller Testbericht findet sich hier (externer Link zum RAM-Team-Berlin)



Nun ist sie also da: Die XPower!

Geliefert wird die XPower von RAP4 im RAP4-Beutel mit einer rudimentären Anleitung.
Ein Putzzeug fehlt, jegliche Hinweise auf Zerlegen o.ä. fehlen ebenso.
Das war aus den Forumsberichten so zu erwarten.

Der Anblick des Markierers läßt aber einiges vergessen. Die Oberfläche ist nicht lackiert, sondern anodisiert, also stumpf, die beweglichen Teile sind aus anderem Material, also farblich abgesetzt. Das macht einen sehr realistischen Eindruck, ebenso ist das Plastik des Handschutzes mit passender, stumpfer Optik versehen, der Lauf hat die typische M4-Kerbe.

Bild


Die wesentliche Neuerung des Markierers ist die völlig neu konstruierte Gaszufuhr. Bei den APS-Modellen wird das Gas über ein kompliziertes System von Ventilen und Reduzierkanälen an den Ball gebracht, das System der XPower ähnelt sehr viel mehr dem inneren Design der Shotgun SG68. Auch hier arbeitet ein Schlagbolzen, der das Gas freisetzt. Im Gegensatz zur Shotgun handelt es sich hier um einen echten Blowbackmarkierer. Der Rückschlag ist allerdings nicht fühlbar.
Das Gewicht scheint leichter. Laut Spezifikationen ist sie genauso schwer wie die R-Serie.

Das erste Stirnrunzeln ergibt sich beim Anbringen des Gastanks. Wie bei der Shotgun ist auch das Loch für den Buttstockpin keine APS-Norm, sondern sitzt 2 mm höher als gewohnt. Für 60g-Buttstocks ist das kein Problem, die R-Tube paßt allerdings erst nach ein bißchen Arbeit mit der Flex.

Hat man das Gas angeschlossen, muß vor der Schußabgabe zuerst der Schlagbolzen gespannt werden. Der Spannhebel hat also eine reale Funktion.
Vom Schußgefühl her unterscheidet sich die XPower sehr von den bekannten Markierern. Der Abzug stößt nicht gegen das Ventil, sondern löst wie bei einer echten Schußwaffe den Schlagbolzen aus. Der Abzugsweg ist ein bißchen länger, wirkt aber realistischer. Der Clou ist jedoch das einstellbare HopUp-System, das eine Schußweitenregelung bildet. Unglücklicherweise ist diese Einstellung unter dem Tragegriff versteckt. Möchte man daran drehen, muß also der Tragegriff oder die Visiereinrichtung demontiert werden. Das ist ein bißchen umständlich, muß aber, wenn man die Weiteneinstellungen markiert, nur einmal gemacht werden.

Die XPower-Hülsen werden beim Auswerfen teilweise verbogen, der starke Auswerfer verwundert doch. Das Recyceln der Hülsen ist also nur bei 90% der aufgesammelten möglich. Ein weiteres Ärgernis ist die Ballzufuhr. Es mag sich um Kinderkrankheiten oder Symptome einer Neuwaffe handeln, aber die Feder der Magazine ist unter Umständen nicht stark genug, die Hülsen gegen das Haltegummi in die Kammer zu drücken. Ladehemmungen alle paar Minuten versauen den Spielspaß sehr effektiv. Ein weiterer Konstruktionsfehler ist die naturgemäß fehlende Trigger-Lock-Funktion. Nach dem letzten Schuß klemmt der Schlagbolzen meist den Druckpömpel des Magazins. Zum Entfernen des Magazins muß also die Waffe gespannt werden. Angenehm ist, daß man Core-IV-Magazine an dieser Waffe wiederverwenden kann.

Nach dem Abschrauben des Gastanks verbleibt kein Gas in der Waffe, um die Hammerfeder zu schonen, sollte einmal abgedrückt werden, es kann sich aber kein Schuß lösen, sobald der Gastank entfernt ist.

Aber nun zum Wichtigsten: Das Hauptargument für die XPower war ja sowohl ihre Reichweite (40 m sind kein Problem) und die Präzision. Mit eingestelltem HopUp auf 20 m lassen sich doch erstaunliche Trefferbilder erzielen.

Bild


Auf zehn Schuß kamen drei Ausreißer, die die Scheibe gar nicht trafen, alle anderen Treffer lagen aber in der Größe einer Hand. Auf 40 m war die Trefferzone immerhin geschätzt so groß wie eine A4-Seite. (Keine Bilder, weil die Zielscheibe zu hoch hing, und ich zu faul war, das Zielfernrohr x-mal abzuschrauben) Das rechtfertigt durchaus die Anschaffung der XPower.

Auf ein Zerlegen wurde verzichtet, weil der innere Aufbau komplizierter ist, insbesondere so, daß sich Upper und Lower Receiver nicht einfach trennen lassen, da der Spannhebel über eine Feder am Core befestigt ist. Laut Hersteller ist das Zerlegen nicht nötig, zum Wechseln der Hammerfeder aber mindestens. Ein Zerlegebericht wird wohl folgen…

Technische Daten:
Energie: (recreational version): 3 J
(military version): 6 J

Gasanschluß, Magazine und Anbauteile sind bis auf die R-Tube kompatibel zur APS-Serie.

Als Fazit sind die Vorteile der Optik, der verbesserten Präzision, als Nachteile sind (vermutlichen) Kinderkrankheiten, die etwas unglückliche Position des HopUps und der hohe Preis anzusehen.


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Dieser Test wurde so objektiv wie möglich verfasst, dennoch spiegeln einzelne Aussagen die Meinung des Verfassers wieder.

Hier können Fragen, Anregungen und Kritik an den Autor gerichtet und über den Testbericht diskutiert werden

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